Hallo zusammen,

in meinem heutigem Blogeintrag geht es um Tierfotografie, im speziellen um das Fotografieren von Tieren im Zoo… Das hat ja viele Vorteile. Zum einen können die Tiere nicht weglaufen – oder zumindest nur in Maßen – und zum anderen kommt man in vielen Zoos sehr nahe an die Tiere heran.

Für das Fotografieren allerdings haben Zoos einige Herausforderungen für uns auf Lager. So gibt es ständige Unterschiede zwischen den hellen, sonnenbeleuchteten Freigehegen und den oft sehr dunklen Innenanlagen. Weiters sind viele Tiere hinter Glasscheiben oder in Käfigen mit engem Maschendraht. Und um all diese Situationen gehts in meinen heutigen Tipps & Tricks.

Vorab muss ich sagen, dass ich – auch wenns komisch klingt – für die Fotografie von Tieren im Zoo eigentlich die gleichen „Grundprinzipien“ verwende wie in der Portrait- bzw. Peoplefotografie. Stellt euch mal vor ihr fotografiert einen Menschen, der einfach nur gelangweilt in der Gegend herumsitzt. Kann spannend sein, is es aber meistens nicht. Wenn man sich die üblichen Tiergartenfotos anschaut, dann sind das Tiere, deren Gesicht oft nicht sichtbar ist, die einfach nur rumsitzen, -stehen oder -liegen.

 

 

Um immer auf dem Laufenden zu bleiben folgt mir auch auf Facebook

 

TIPP 1 – Blickkontakt
Ich fotografiere Tiere immer gerne, wenn sie gerade etwas machen, zumindest aber Blickkontakt mit meiner Kamera haben. Das stellt eine ganz andere Verbindung mit dem Betrachter her. Hier zwei Beispiele:

Schlecht: Zwar ein nettes Foto, aber da das Tier vom Betrachter abgewandt ist und man zusätzlich auch noch relativ unschöne Strukturen und Details im Hintergrund sieht, keine sehr ansprechende Aufnahme

_DSC7300

 

Besser: Zwar hält sich auch dieser Affe „nur“ fest, durch den interessierten Blick in Richtung Betrachter und den ruhigen und natürlich anmutenden Hintergrund, wirkt dieses Bild wesentlich interessanter und ist dadurch eine bessere Aufnahme.

_DSC7384

 

 

Tipp 2 – Tiere in Aktion:
Noch besser ist es natürlich, wenn das Tier auf dem Foto etwas macht, dass sein Verhalten in freier Wildbahn widerspiegelt. Da macht es dann auch nichts aus, wenn man sieht, dass das Foto keinesfalls in freier Natur fotografiert wurde. Hier ein gutes Beispiel dafür.

_DSC7289

 

Tipp 3 – Durch Glas fotografieren:
Gestern konnte ich wieder beobachten was Menschen tun, wenn sie Tiere hinter Glas fotografieren. Sie stehen meterweit von der Glasscheibe entfernt und versuchen krampfhaft einen Blickwinkel zu finden, der keine Spiegelung am Glas zeigt. Unmöglich. Besser ist es, folgendes zu machen. Als erstes, runter mit der Streulichtblende, dann vorsichtig das Objektiv an die Glasscheibe drücken. Somit kommt kein Licht zwischen Objektiv und Glasscheibe und es gibt keine Spiegelung. Auch kleinere Wassertropfen der ähnliches stören nicht zu sehr. Hier zwei Beispiele:

Schlecht: Man sieht nicht nur das Glas, das dem Motiv eine eigentümliche Färbung verpasst, sondern auch die Strukturen der sich spiegelnden Objekte (Gitterzaun). Da hilft dann auch Lightroom & Photoshop nicht mehr wirklich…

_DSC7314

 

Besser: Das Objektiv ist ganz an der Glasscheibe und dadurch gibt es keinerlei Spiegelung. Es wirkt also, als wäre kein Glas zwischen mir und der Schlange…

_DSC7354

 

 

Tipp 4 – Tiere auf Augenhöhe fotografieren
Das Fotos meist nur aus einer Perspektive aufgenommen werden ist nicht nur ein Problem in der Tierfotografie. Vor allem auch bei Kindern ist das „von oben herab“ Fotografieren eigentlich sehr unvorteilhaft. Das bedeutet, dass wir unsere Perspektive verändern müssen und – um beim Beispiel des Zoos zu bleiben – uns auf Augenhöhe der Tiere begeben müssen. Hier ein Beispiel.

_DSC7329

 

Tipp 5 – Drittelregel
Auch diese Regel gilt natürlich keinesfalls nur in der Tierfotografie, aber wenn man sie anwendet dann ist es wichtig das fotografierte Tier so im Drittel zu platzieren, dass vor (also in Bewegungsrichtung) dem Tier mehr Platz ist als dahinter. Sonst haben wir den Eindruck, als würde das arme Tier jeden Moment in eine Wand laufen 😉 Das gilt natürlich für jede Art von „Bewegung“ wie ihr am folgenden Beispiel seht.

_DSC7385

 

 

Tipp 6 – Kameraeinstellungen
Wenn ihr nicht gerade allein im Zoo unterwegs seid, sondern – so wie ich gestern – Familie und Kinder mit dabei habt, ist es nicht ratsam, viele verschiedene Objektive mitzubringen. Wenn ihr also beispielsweise ein Teleobjektiv 70-200mm mit einer Lichtstärke von 3,5 – 5,6 oder aber auch ein Kitobjektiv 18-105mm mit gleicher Lichtstärke dabei habt, dann stehen wir vor folgender Herausforderung. Bei Sonnenschein und draußen werden wir im A (Nikon) bzw. AV (Canon) Modus kein Problem haben. Sobald wir aber zoomen und in ein schattigeren Bereich kommen, oder gar in dunkle Innengehege, wird die Belichtungszeit relativ lang werden und verwackelte Bilder stehen an der Tagesordnung (siehe folgendes Bild)

_DSC7398

Hätte ich an dieser Stelle damit begonnen die Kameraeinstellungen anzupassen, wär der kleine Freund schon lange weg gewesen. Mein Tipp lautet also. Stellt die ISO auf AUTO bzw. auf einen Wert, der ohne zuviel Bildrauschen eine möglichst kurze Verschlusszeit garantiert. So stellt ihr die Blende ein (zB 5,6), zoomt ran und die Kamera berechnet die Verschlusszeit. Diese wird umso kürzer ausfallen, je höher der ISO Wert (also die Lichtempfindlichkeit) ist. Aber Achtung! Je nach Kameramodell setzt das Bildrauschen mal früher oder mal später ein. Da heißt es probieren. Aber ich würde sagen, besser ein scharfes Bild mit etwas Bildrauschen, als ein unscharfes Bild, das man eigenlicht nur noch löschen kann.

 

TIPP 7 – Schärfentiefe
Auch hier gibts wieder eine Verbindung zu Portraitfotografie, dann durch eine geringe Schärfentiefe (offene Blende, also möglichst kleine Blendenzahl) kann man den Hintergrund unscharf machen und somit das Motiv vom Hintergrund separieren.

Schlecht: Bei kleiner Blende ist zwar alles scharf, aber eben wirklich alles, auch Hintergründe die in Zoos auf Fotos oft nicht sonderlich schön sind…

_DSC7360

 

Besser: Durch eine offene Blende wird der Hintergrund unscharf.

Wadtrappe

 

 

Tipp 8 – Geduld:
Es braucht viel Geduld, bis Tiere im Zoo etwas tun, oder eine interessante „Pose“ einnahmen, aber das warten lohnt sich!

_DSC7267

 

 

Tipp 9 – Fütterungen:
Schaut euch bim Besuch des Tierparks die Zeiten der Fütterungen an. Dabei bekommt ihr automatisch „Action“ in euere Bilder und Aufnahmen, die ihr sonst nicht bekommen würdet!

_DSC7294

 

 

Tipp 10 – durch enge Gitter fotografieren
Oft sind Tiere (gerade Vögel) in Käfigen mit sehr engmaschigen Gittern. Hier hilft zoomen. Je dichter ihr rankommt, desto unsichtbarer werden Gitter. Vergesst dabei nicht die ISO zu erhöhen, damit ihr Verschlusszeiten bekommt, die kurz genug sind um scharfe Bilder zu machen, denn die meisten Tiere halten nicht sehr lange ruhig 😉 Im Hintergrund dieses Bildes könnt ihr erahnen, wie eng das Gitter war, durch das ich fotografiert habe.

_DSC7324

So, ich hoffe ihr könnt den einen oder anderen Tipp für euch verwenden. Solltet ihr mehr von solchen Tipps haben wollen, freue ich mich über eure Kommentare.

 

Machts gut,
Christian

4 Gedanken zu “+++ 10 TIPPS FÜR DAS FOTOGRAFIEREN VON TIEREN IM ZOO +++”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code