Nichts für Anfänger!
5 Fehler, die die meisten Hobbyfotografen machen

Immer wieder beschäftigen sich Blogbeiträge und Artikel in Fachzeitschriften mit Fehlern, die Fotografie-Einsteiger – also Anfänger – machen. Solche Artikel ließt man auch als ambitionierter (Hobby)Fotograf immer wieder gerne. Vor allem weil man viele davon nicht mehr macht, da man ja über den Anfänger-Status schon lange hinaus ist.  Ich bin bei meinen Recherchen aber auf wenige Beiträge gestoßen, die sich mit Fehlern beschäftigen, die man vor allem als ambitionierter Hobbyfotograf macht. Und mit fünf dieser Fehler, die mir während meiner Photowalks und Workshops immer wieder auffallen, möchte ich mich heute beschäftigen…

 

Einstellungen werden nicht zurückgesetzt

Auch wenn man den Automatik-Modus seiner Kamera lange hinter sich gelassen hat und Halbautomatiken wie Blenden- oder Zeitvorwahl verwendet und auch beherrscht, so hat man doch Einstellungen, die man – sozusagen als „Standard“ – auf seiner Kamera eingestellt hat. Wenn du beispielsweise auf Urlaub bist und dich durch eine Stadt bewegst, wirst du vielleicht in der Blendenvorwahl deine ISO auf 400, deine Blende auf f/4 und deinen Weißabgleich auf Automatik gestellt haben. Mit diesen Einstellungen fotografierst du den ganzen Tag über während du durch die Straßen ziehst. Bei einem gemütlichen Kaffee willst du dann im Inneren eines unglaublich fotogenen Lokals ein Paar Aufnahmen machen. Vielleicht sogar durch eine Scheibe auch das Treiben auf der belebten Straße mit in dein Bild bringen. Du bemerkst, dass dein Foto falsch belichtet ist. Dank all deiner Erfahrung kennst du aber auch die Lösung – die Belichtungskorrektur… Ich glaube du weißt wie die Geschichte weitergeht… Genau, während man natürlich daran denkt solche Dinge einzuschalten, so vergisst man meist diese auch wieder auszuschalten… Mir passiert das IMMER mit dem Selbstauslöser…

 

Bilder werden vor Ort nicht wirklich kontrolliert.

Minutenlang beschäftigen wir uns mit Einstellungen, Bildausschnitt und Komposition, bauen Stative auf, montieren ND-Filter und benutzen Funkauslöser, um dann unser Bild mit einem kurzen Blick auf den kleinen Bildschirm auf der Rückseite der Kamera anzuschauen und als gut zu befinden. Scharf? Klar! Belichtung? Perfekt! Aber mal ehrlich, wie gut glaubst du kann man die Schärfe eines Fotos – für dessen Erstellung du viel Zeit aufgewendet hast – auf einem kleinen Bildschirm im hellen Tageslicht beurteilen? Genau, gar nicht. Das böse Erwachen folgt dann zuhause, vor dem großen Bildschirm unseres Computers. Also denk daran, deine Kamera bietet nicht nur viele Einstellungen und Möglichkeiten für das „Machen“ von Fotos, sondern auch viele für dessen „Beurteilung“ – also zoom nach dem Fotografieren einfach mal weit ins Bild rein…

 

Wolltest du das wirklich fotografieren?

Dank deiner Erfahrung und deinem Wissen bist du in der Lage technisch saubere Fotos zu machen. Du weißt wann du ein Stativ verwenden solltest, kennst dich im Umgang mit Filtern aus und die Kameraeinstellungen bereiten dir nur noch selten Probleme. Du denkst an Drittelregel & Bildausschnitt, aber ist das was du fotografiert hast auch das was du fotografieren wolltest? Wenn du jetzt überlegst was ich dir damit sagen will, dann überleg mal, wie oft du vor dem Fotografieren dein „Ergebnis“ schon im Kopf hast… Probier beim nächsten Mal doch einfach deinem Bild vor dem Drücken des Auslösers einen Titel zu geben. Dann schau dir dein Bild an und frag dich selbst ob auch andere dem fertigen Foto diesen Titel geben würden. Bilder brauchen klare Aussagen, Hauptdarsteller. Denn Drittelregel, Führungslinien, Filter, Objektive und Co sind nur dazu da dir zu helfen das Bild aus deinem Kopf auf die Speicherkarte zu bekommen!

 

Immer auf der sicheren Seite?

Übung macht den Meister – dieses Sprichwort kennen wir alle – und es stimmt! Aber oft „üben“ wir Dinge, die wir schon können. Warum? Weil es bequem ist und wir wissen, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sein werden. Das ist gut! Und wichtig! Aber wir entwickeln uns nicht weiter. Also verlass deine Komfortzone und probier was Neues! Neue Bildausschnitte, andere Perspektiven oder Brennweiten mit denen du sonst nicht fotografierst, längere Belichtunsgzeiten – oder kürzere, alles das nimmt dir vielleicht das „sichere & saubere“ Foto, eröffnet dir aber im wahrsten Sinne des Wortes neue Perspektiven. Und auch wenn deine Fotos dann bei den ersten Versuchen technisch nicht so perfekt sind – jetzt hast du etwas dass du wirklich üben und perfektionieren kannst! Und du wirst sehen wieviel Spaß das macht und wie stark solche kleinen „Grenzüberschreitungen“ deine Fotografie bereichern und verbessern können.

Hindert dich deine Ausrüstung am Fotografieren?

Was auf den ersten Blick völlig unsinnig klingt ist bei näherer Betrachtung einer der Hauptgründe, warum viele Hobbyfotografen irgendwann an den Punkt kommen, wo sie sich nur noch langsam weiterentwickeln oder oft gar die Freude am Fotografieren verlieren. Lass es mich erklären. Je mehr wir übers Fotografieren wissen und je besser wir uns auskennen, desto schneller neigen wir dazu bessere Fotos mit besserer Technik in Verbindung zu bringen. Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass bessere Ausrüstung meist bessere Ergebnisse zur Folge hat. Ein Beispiel. Wenn du gerne Markoaufnahmen machst und das immer mit deinem 24-105mm f/5,6 Objektiv gemacht hast wird dir ein 110mm Makroobjektiv bessere Fotos ermöglichen – zumindest in der Theorie – Thema Naheinstellgrenze. Was ich aber meine ist, dass alleine die Auswahlmöglichkeit vieler Objektive ausreicht um dich vom Wesentlichen – dem Fotografieren – abzulenken. Hast du nur ein Objektiv, dann gibts nicht viel zu überlegen, dann kannst du dich nur aufs Fotografieren konzentrieren. Kreativität und tolle Fotos haben nichts mit Ausrüstung zu tun. Vergiss nicht, dass die Technik nur Mittel zum Zweck und nicht der Zweck selbst ist. Schadet Technik also? Nein? Sie soll dich unterstützen, aber lass dich nicht von ihr am Fotografieren hindern!

Nicht vergessen! Jeden Freitag gibts einen neuen Blogbeitrag – von Tipps & Tricks über die schönsten Foto-Locations der Steiermark bis hin zu Tutorials.

Bis bald,
Christian

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