Die 10 besten Tipps für die Makrofotografie im Freien

Rechtzeitig für den nächsten Photowalk gibt’s heute meine Top 10 Tipps zur Makrofotografie, Doch bevor wir loslegen ein paar einleitende Worte.
Was ist Makrofotografie eigentlich?

Allgemeines

Wie du wahrscheinlich weißt, wird bei Makroaufnahmen das Objekt so vor der Kamera positioniert, dass es auf der Aufnahme sehr groß und detailliert erscheint. Genauer genommen spricht man von Makrofotografie, wenn das Foto auf dem Kamerasensor genauso groß erscheint wie das Objekt selbst – also im Abbildungsmaßstab 1:1. Kleiner Darstellungen bis etwa 1:10 bezeichnet man als Nahaufnahmen. Und ja, dafür gibt’s sogar eine Norm, die DIN 19040 zählt alles im Maßstabbereich zwischen 1:10 und 10:1 als Nah- bzw. Makroaufnahme – hätten wir das auch besprochen 😉

Die Objektivwahl

Nicht jeder hat ein Makroobjektiv. Und meiner Meinung nach ist das für den Anfang auch gar nicht notwendig. Auch Teleobjektive eigenen sich bestens für die ersten „Gehversuche“ in der spannenden Welt der Makrofotografie.

Makroobjektive

Da „normale“ Objektive für die Abbildung weit entfernter Objekte optimiert sind, sinkt die Abbildungsleistung bei geringen Entfernungen oft deutlich, vor allem kommt es meist zu starker Unschärfe an den Bildrändern. Ein echtes Makro-Objektiv zeichnet sich dadurch aus, dass es für beste Abbildungsleistung bei geringen Objektabständen konstruiert wurde.
Solche Objektive haben in den meisten Fällen eine kleinere Anfangsöffnung (also höhere Blendenzahl) als ein Normalobjektiv. Dies reduziert die Bildfehler und erhöht die Schärfentiefe.

Grundsätzlich können solche Objektive auch, was die Bildqualität angeht, gut für Aufnahmen mit üblichen Aufnahmeabständen verwendet werden. Gegenüber „gewöhnlichen“ Objektiven gleicher Brennweite gibt’s jedoch einige Einschränkungen. Dazu gehört unter anderem, dass die maximale Lichtstärke meist geringer ist. Außerdem sind Makroobjektive schwerer und der Autofokus arbeitet meist deutlich langsamer.

Und das sind Sie – meine 10 Top-Tipps für tolle Makroaufnahmen im Freien

01 Sorge für Stabilität

Bei Makroaufnahmen sind wir – und das ist wohl selbsterklärend – extrem nah an unseren Motiven. Der kleinste „Wackler“ kann dabei fatale Folgen haben. Aus diesem Grund empfehle ich dir folgende Schritte:

  • Stativ
  • Spiegelvorauslösung an der Kamera
  • Live-View
  • Fernauslöser

02 Sei auf „Augenhöhe“ des Motivs

Makroaufnahmen sind besonders beeindruckend, wenn Sie auf Höhe des Motivs fotografiert werden. Das bedeutet natürlich, dass sich neben einem „normalen“ Stativ auch kleine Stative wie zB der Gorilla-Pod sehr gut für Makrofotografen eigenen.

03 Unterschätze nie die Macht eines Teleobjektivs 😉

Nicht nur bei „starren“ Motive, sondern vor allem bei der Fotografie von sich schnell bewegenden Insekten ist es durchaus möglich, zu einem Teleobjektiv zu greifen, denn hier kann ein größer Mindestabstand zwischen Objektiv und Tier über Erfolg und Misserfolg solcher Fotos entscheiden.

04 Beachte die Naheinstellgranze deines Objektivs

Wie immer ist es wichtig seine Ausrüstung zu kennen. In der Makrofotografie ist es wichtig die Naheinstellgrenze seines Objektives zu kennen. Wenn du dich jetzt fragst was das ist, dann findest du hier die Antwort. Einfach gesagt handelt es sich dabei um den mindestens notwendigen Abstand deiner Kamera zum fotografierten Objekt. Schau gleich mal auf deinem Objektiv nach!

05 Stelle deine Motive frei

Wie in vielen anderen Bereichen der Fotografie ist es auch in der Makrofotografie empfehlenswert, Motive vom Hintergrund „freigestellt“ zu fotografieren. Versuche dienen Bildausschnitt also so zu wählen, das dein „Hauptdarsteller“ eindeutig erkennbar ist. Eine solche Separation kann durch Helligkeit (helles Motiv – dunkler Hintergrund) aber auch durch Schärfentiefe (scharfes Motiv – unscharfer Hintergrund) erreicht werden.

06 Keep ist simple

Ein einfacher Bildaufbau ist bei dieser Art der Fotografie wichtig! Allein durch die Tatsache, dass du mit deinen Bildern dinge zeigst, die das menschliche Auge so nur selten wahrnimmt, hast du bereits ein interessantes Foto. Dazu kommt noch, dass die Natur für uns unglaublich geniale Strukturen und Muster bereit hält.

07 Hab Geduld

Fotografieren verlangt immer Geduld, aber die Makrofotografie stellt unsere Geduld wirklich auf die Probe. Nimm dir also Zeit, bleib konzentriert und versuche im richtigen Moment den Auslöser zu drücken. Deine Geduld wird garantiert belohnt!

8 Achte auf das optimale Licht

Vergiss nicht: je näher du an einem Objekt dran bist, desto „dunkler“ wird’s für die Kamera. Achte also bei Einrichten deines Motivs auf möglich gutes Licht. In vielen Fällen kann ein Lichtzelt oder ein Diffusor für gleichmäßigere Beleuchtung sorgen. Wähle deine Blende aber trotzdem nicht zu offen, damit du richtig scharfe Bilder bekommst.

9 Kleiner Adapter – große Wirkung

Bevor du dir ein teures Makroobjektiv besorgst, probiere doch einfach mal mit einem Adapter. Um knapp 10 Euro bekommst du dabei für deine Kamera bzw. dein Objektiv einen Adapter, der es dir ermöglicht dein Objektiv einfach verkehrt herum anzubringen. Und schon hast du – naja fast zumindest – ein Makroobjektiv. Probiers einfach aus – es lohnt sich! Aber natürlich heißt es dann manuell fokussieren.

10 Sei kein Elefant im Porzellanladen 😉

In vielen Artikeln lese ich immer wieder davon, dass man Scheren oder Messer, Sprühflaschen und ähnliches dabei haben sollte um spektakuläre Fotos zu machen. Natürlich kann jeder machen was er möchte! Ich bin aber der Meinung, je unauffälliger du dich verhältst, je mehr du zum Teil dieses Lebensraums wirst, desto bessere Aufnahmen bekommst du.

So, dass waren sie, meine 10 Top-Tipps rund um die Makrofotografie. Jetzt wünsch ich dir viel Spaß beim Ausprobieren! Gerne auch bei meinem nächsten Photowalk am 26. Mai 2018 ab 08:00h.

Wenn du Fragen hast, poste diese gerne in die Kommentare!
Christian

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