Hallo zusammen,

am vergangenen Samstag war es endlich soweit, der langersehnte Photowalk im Freilichtmuseum Stübing stand auf dem Programm. In diesem Beitrag möchte ich euch einen kleinen Einblick in den Ablauf des Photowalks geben und auch einige Bilder zeigen, die ich während dieses Tages erstellt habe. Also los gehts.

Vor dem Photowalk

Wie vor jedem Photowalk startet die Vorbereitung für mich eigentlich schon einige Wochen vorher. Das erste, was auf dem Programm steht ist natürlich das so genannte Location-Scouting, das heißt ich schau mir die geplante Location an, mache Fotos, such mir die schönsten Spots zum Fotografieren aus und stelle mein Programm für den Photowalk zusammen. Das Grundkonzept, also das eigentliche Thema steht ja immer schon am Beginn eines jeden Jahres, aber welches Thema am besten an welchen Motiven geübt wird, lege ich beim Besuch der Location fest.

Die dabei entstehenden Bilder brauch ich natürlich für die Ankündigungen in meinen Social Networks. Diesmal war mir Hans-Peter eine große Hilfe bei der Organisation! Dank ihm hatten wir für zwei Stunden die Sennerei in der Alphütte von der Mittelargenalpe aus dem Bregenzerwald ganz für uns allein.

Der Abend vor dem Photowalk

Den Abend vor dem Photowalk nutze ich, um meine Ausrüstung zu checken, Akkus zu laden und eben alles für den nächsten Tag vorzubereiten. Bei solchen Photowalks wie dem in Stübing liegt die große Herausforderung darin, zwar nur das Nötigste mitzunehmen – schließlich muss ja alles getragen werden – aber dennoch nichts zu vergessen. Dazu nutze ich eine Checkliste, die ich in den kommenden Tagen auch für euch hier auf meinem blog zum Download zur Verfügung stellen werde.

Der Morgen des Photowalks

Durch meine 20 Jahre als Trainer hab ich mir angewöhnt immer früh genug am „Seminarort“ anzukommen. Das bedeutet, wenn ich nicht mindestens eine halbe Stunde vor Beginn des Photowalks an Ort und stelle bin, bin ichs nicht ;-). Eine Eigenschaft, die Familie und Freunde gerne mal zur Verzweiflung treibt… Nach meiner Ankunft checke ich immer nochmal, ob alles wie geplant verfügbar ist, poste noch schnell ein Foto auf Facebook und schon trudeln die ersten Teilnehmer ein. Diesmal hatten wir wieder Besuch aus London – Christine und Herwig waren wieder einmal in Graz und ich habe mich sehr gefreut, dass sie sich wieder die Zeit genommen haben um beim Photowalk dabei zu sein.

Unsere erste Station

Bei diesem Photowalk gab es eine Besonderheit, wir haben gleich mehrere Themen auf dem Programm gehabt. Angefangen hat alles mit einem halbstündigen Spaziergang durch das ganze Gelände des Freilichtmuseums Stübing, denn ab 09:30 Uhr hatten wir die einmalige Gelegenheit in der Sennerei in der Alphütte von der Mittelargenalpe aus dem Bregenzerwald zu fotografieren. Nicht nur, dass wir die Sennerei zwei Stunden lang für uns alleine hatten, nein, denn die Sennerei ist normalerweise gar nicht der Öffentlichkeit zugänglich! Mein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Freilichtmuseum Stübing für die tolle Unterstützung – DANKE!!!

Hier ein erster Blick von Aussen…

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Thema 1 – Fotografieren in schwierigen Lichtsituationen

Das herausforderndste an der Fotografie ist wahrscheinlich, auf die Gegebenheiten einer Situation zu reagieren. In der Sennerei konnten wir wunderbar ausprobieren und üben, was man machen kann, um tolle Fotos in schwierigen Lichtsituationen zu machen. Vielleicht sagt ihr jetzt, aber ich fotografiere doch nie in einer alten Sennerei 😉 – STIMMT, aber vielleicht in  Museen, Kirchen oder ähnlichen Locations im Urlaub….

Wenig Licht bringt automatisch relativ lange Belichtungszeiten mit sich, was den Einsatz eines Stativs unvermeidlich macht – zumindest wenn man Wert auf scharfe Fotos legt 😉 Zudem gibt es starke Unterschiede in der Belichtung, das bedeutet, es gibt extrem helle Bereiche, wie zum Beispiel die Fenster, durch die das Sonnenlicht strahlt und auf der anderen Seite extrem dunkle Ecken, die nahezu kein Licht abbekommen. Eine Möglichkeit diese Herausforderung zu lösen sind Belichtungsreihen, die Anschließend mit Hilfe einer Software wie zB Adobe Lightroom zu einem sogenannten HDR (High Dynamic Range) zusammengefügt werden. Ihr seht hier wie das Foto mit „korrekter“ Belichtung aussieht und im Vergleich dazu das entsprechende HDR.

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„einfache“ Belichtung (in Adobe Lightroom nachbearbeitet)

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HDR aus einer Belichtungsreihe (3 Fotos – 2 Blenden überbelichtet – normal – 2 Blenden unterbelichtet)

Damit ihr auch seht, wie viel Arbeit hinter solchen Bildern steckt, hab ich einige making-of Fotos für euch vorbereitet – hier sind sie…

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Die Ergebnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibts in den kommenden Tagen hier auf meinem blog und auf meiner Facebook-Seite unter facebook.dertrainer.eu

Thema 2 – Langzeitbelichtung an der Wassermühle

Locations wie das Freilichtmuseum Stübing bieten natürlich ganz, ganz viele tolle Motive, so auch einige Wasserräder. Die kann man natürlich einfach fotografieren, was unterm Strich aber doch langweilig aussieht. Längere Belichtungszeiten wirken da oft Wunder. Natürlich lässt sich das phantastisch mit ND-Filtern bewerkstelligen, aber was, wenn man keine dabei hat? Kleinere Blenderöffnungen bedeuten, das es länger dauert bis „die notwendige Menge“ an Licht auf den Sensor gelang, also Beide so weit zu wie möglich un schon sind auch ohne ND Filter Belichtungszeiten bis zu 2,5 Sekunden möglich. Dann schauen die Ergebnisse so aus…

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Tolle Bilder erfordern natürlich außergewöhnliche Perspektiven – echter Einsatz lohnt sich aber, wie uns Hans-Peter und sein Foto beweisen..

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Dafür kann sich sein Ergebnis aber mehr als nur sehen lassen! Hier ist es…

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Thema 3 – Landschaftsfotografie

Ganz klar war, das die Landschaftsfotografie ein wesentlicher Bestandteil dieses Photowalks werden würde. Die wunderschönen Bauwerke im Freilichtmuseum Stübing laden dazu ein, perfekt in Szene gesetzt zu werden. Die Herausforderung dabei liegt vor allem in der Bildkomposition. Und wer es bis dahin noch nicht wusste, dem war danach eines völlig klar – der richtige Bildausschnitt will hart erarbeitet werden!

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Thema 4 – Details:

Um die Mittagszeit an einem wolkenlosen und sehr sonnigen Tag entstehen harte Schatten, die die meisten Landschafts- und Architekturfotos eigentlich unmöglich machen. Was tun? Ganz klar, Details fotografieren! Das klingt allerdings einfacher als es ist… Auch dabei gab natürlich viel zu erklären, viel zu lernen und viel auszuprobieren. Die Ergebnisse können sich sehen lassen…

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Nach vielen Stunden Lernen und Fotografieren ging dann bei ein paar Getränken und einer Stärkung zu Phototalk

Der Phototalk – die Nachbesprechung

Dabei dürfen sich die Teilnehmer 10 ihrer besten Fotos aussuchen, die wir dann gemeinsam nachbesprechen. Diesen Teil des Photowalks gibt es erst seit April. Mir persönlich liegt er aber sehr am Herzen, da ich der Überzeugung bin, dass gerade die Nachbesprechung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer fotografischen Entwicklung enorm weiter bringt.

So, das war mein erster, kurzer Rückblick auf den Photowalk. Ich würde mich freuen, wenn ihr vielleicht das nächste Mal dabei seid! Ab morgen gehts hier weiter mit den Ergebnissen der Teilnehmer – den Anfang macht Gabriele, ihr dürft gespannt sein!

Bis dahin, machts gut

Christian

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